Pfarreiengemeinschaft Vallendar - Kirchen

Ansprache von Pfarrer Joachim Fey, anlässlich der Vorstellung von Joachim Fey (Pfarrverwalter), Pastoralreferent Matthias Olzem (Koordination Seelsorge) und Kooperator P. Casimir Kumar (Gottesdienste, Allgemeine Seelsorge)
am 11. und 12. Januar 2020:

Die Kirche der Getauften

Jesus tritt an den Start. Jetzt geht es los. Die Taufe Jesus durch Johannes ist die Initialzündung für sein öffentliches Wirken! Eine passendere Frohe Botschaft hätte es für den heutigen Tag nicht geben können. Heute, wo für alle eine neue Ära anfängt, wo wir Drei starten und Sie als Gemeinden durchstarten in eine neue Zeit der Kirche, gibt es keinen besseren Text als die Schilderung der Taufe Jesu im Jordan.

Dabei wird uns der eigentliche Taufvorgang ja vorenthalten. Nur die Auswirkungen werden geschildert und zwar sehr differenziert: Jesus darf in den offenen Himmel schauen, also nochmal Ursprung und Ziel in den Blick nehmen; die Umstehenden sehen das nicht, sie hören nur eine Stimme, die ihnen diesen Jesus als den geliebten Sohn Gottes, den Sohn des Wohlgefallens, vorstellt. Und dann geht’s los. Fast! Aber dazu später!

Pfarrer Joachim Fey, Bendorf, Pfarrverwalter (Foto: Brehm)

Pfarrer Joachim Fey, Bendorf, Pfarrverwalter (Foto: Brehm)

Starkes Signal für die Zukunft der Kirche hier vor Ort

Wir Drei und Dechant Hüsch waren ja völlig überrascht und geplättet über die große Zahl Menschen allen Alters, die vergangenen Dienstag zur Infoveranstaltung in der „Humboldthöhe“ gekommen sind. Das war für uns, und wir hoffen auch für die Anwesenden, ein ganz starkes Signal für die Zukunft der Kirche hier vor Ort.

Wir konnten ein erstes Kennenlernen erleben. Viele haben ihre Herzensanliegen und ihre Sorgen und Zukunftsthemen auf Kärtchen formuliert und an die Tafeln gehängt. Das war eine Vergewisserung: Was ist mir wichtig an Kirche? Was darf nicht untergehen? Wie soll das künftig weitergehen? Und wir konnten von diesen Themen erstmals Kenntnis nehmen. Manches Konkrete konnte sofort geklärt werden, anderes bleibt eine gemeinsame Aufgabe. Mancher Wunsch wird sich vielleicht auch nicht erfüllen lassen.

Es geht um die praktische Umsetzung des christlichen Lebens, des Getauftseins

Vor allem aber gab es Begegnungen, erste Gesichter. Ich wusste dass es viele engagierte Leute in Vallendar, Urbar und Niederwerth gibt, so viele Ehrenamtliche. Ich selbst finde den Begriff „Ehrenamtler“ ja in der Kirche nicht ganz richtig. Der Begriff des Ehrenamtes passt mehr ins bürgerliche, gesellschaftliche und politische Leben. Jemand übernimmt freiwillig, unentgeltlich und auf Zeit eine nicht berufliche Aufgabe für das Gemeinwohl, weil er über gewisse Fähigkeiten und Kompetenzen, Verbindungen oder auch Geldmittel verfügt.

Das gibt es natürlich bei Kirche auch. Und wie froh sind wir, wenn wir Posten in unseren Gremien mit kompetenten Frauen und Männern besetzen können. Wenn jetzt der Vorsitz im Verwaltungsrat nicht mehr vom Pastor übernommen wird, sondern von einem Gemeindemitglied. Es geht in der christlichen Gemeinde aber um mehr, um wesentlicheres: Es ist nicht einfach ein Amt, ein Pöstchen, es geht nicht um die Ehre, sondern um die praktische Umsetzung meines christlichen Lebens, meines Getauftseins:

Die Kirche in der wir groß geworden sind, heißt Volkskirche, geprägt von hoher Beteiligung. Man gehörte dazu und machte mit, ohne sich persönlich dafür zu entscheiden. Das hat sich mittlerweile sehr verändert. Wir spüren es alle.
Die Kirche, die sich jetzt langsam entwickelt, ist die Kirche derer, die ihre Taufe ernst nehmen, die sich persönlich für ihren Glauben entscheiden und daraus etwas machen.

Die Kirche, die sich jetzt entwickelt, ist die Kirche der Getauften.

Früher in der Volkskirche war der Pastor, der Geweihte, das Maß aller Dinge.
Die Kirche, die sich jetzt entwickelt, ist die Kirche der Getauften.
Die geweihten und beauftragten hauptamtlichen Kräfte haben die Aufgabe, die Getauften, Engagierten zu unterstützen bei der Gestaltung ihres christlichen Lebens. Dem Priester kommt dabei die Aufgabe der Sakramentenspendung zu und wie das künftige Trierer Modell sagt, für manche auch die Leitung. Diese soll aber gemeinsam mit den Getauften ausgeübt werden, nicht nur mitbestimmend, sondern entscheidend.

Das ist wohl auch der Knackpunkt, der in Rom jetzt geprüft wird. Wir können gespannt sein. Ich persönlich, das sage ich ganz ehrlich, kann mir aber eine Zukunft unserer Kirche ohne eine echte Beteiligung an der Leitungsvollmacht für alle Getauften nicht vorstellen. Dazu gehören für mich persönlich auch verheiratete Frauen und Männer, die nicht nur der Gemeinde, sondern auch der Messe vorstehen können. Aber das ist wahrscheinlich Zukunftsmusik.

Eine Zeit der Selbstvergewisserung und Entscheidung

Schauen wir auf das Geschehen bei der Taufe im Jordan, so erkennen wir Jesus , der sich in die Reihe stellt, um von Gott die Gabe des Geistes zu empfangen für seinen Dienst an uns. Danach führt ihn dieser Geist in die Wüste, in eine Zeit der Selbstvergewisserung und Entscheidung. Das wünsche ich uns allen auch, dass wir nicht einfach versuchen, dass alles weitergeht wie bisher, sondern wir uns fragen:

Wo wird Kirche gebraucht von den Menschen? Welche Mittel stehen uns zur Verfügung? Wo ist meine Begabung, die ich für die Gemeinde einsetzte? Wovon müssen wir uns verabschieden?

In Abwandlung eines Satzes, der J.F. Kennedy zu geschrieben wird, würde ich formulieren: Frage nicht was deine Kirche für dich tut, sondern was du für deine Kirche tun kannst.

Ihr Pfarrer Joachim Fey

 


 

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