Marzellinus-Musik im Advent 2019

„Ein adventlicher Abend mit Max Reger“ – Orgelkonzert im Kerzenschein

Marzellinus-Musik am ersten Adventssonntag, 01. Dezember 2019

Die bald anbrechende Adventszeit ist die Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft des Erlösers. Auch wenn das im Trubel der kommerzialisierten Adventsmärkte und in der Hektik der Festvorbereitungen unterzugehen droht, geht es im Advent vor allem um Kontemplation und Besinnung. Die Adventsveranstaltung im Rahmen der regelmäßigen Konzertreihe Marzellinus-Musik, die am Ersten Adventssonntag, 01. Dezember 2019 um 18.00 Uhr stattfinden wird, will genau dabei helfen: Im durch Kerzenschein erhellten Raum der Pfarrkirche Vallendar wird Kantor und Organist Johann Schmelzer Orgelwerke des spätromantischen, deutschen Komponisten Max Reger zu Gehör bringen, die einen guten musikalischen Start in die Adventszeit erleichtern.

Im Anschluss an das Konzert sind alle Konzertbesuchenden in der Pfarrkirche zu Glühwein und Plätzchen eingeladen. Der Eintritt zum Konzert ist frei, um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.

Reger komponierte für die Orgel ein gewaltiges Repertoire und sorgte so für eine Neubelebung der deutschen Orgelszene zur Jahrhundertwende des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Dabei gründet sein Schaffen auf der Auseinandersetzung mit dem Bach´schen Erbe und der Konfrontation mit der deutschromantischen und neudeutschen Schule. Es lag ihm am Herzen, für die symphonische Orgel seiner Zeit so zu komponieren, dass die klangtechnischen und dynamischen Fähigkeiten der Instrumente entsprechend ausgeschöpft werden konnten. Dem Organisten verlangte er einen „seelisch bewegten Vortrag“ ab. Beide Aspekte stehen am Ende für einen sehr expressiven musikalischen Duktus, der die Tradition in Form und Tonalität an ihre Grenzen führte und enorm vorantrieb.

Das erste Werk des Konzertabends, die 2. Sonate in d-moll Op. 60, stammt aus dem Jahre 1901 und zeigt Reger bereits in der Hochblüte seines Orgelschaffens. Lichtvolle und dunkle Facetten stellen die Spannung dieses Werkes her. Der erste Satz lässt mehrere Themen und Affekte miteinander kontrastieren. Das Stilmerkmal stets fluktuierender Dynamik und Entwicklungen ist hier exemplarisch verwirklicht.

Der zweite Satz „Invocation“  verkörpert ein sehnsüchtiges, elegisches Nachsinnen, aus dem heraus sich mit einer großen eruptiven Entwicklung eine Art Anrufung oder Aufschrei erhebt, auf die der Choral „Vom Himmel hoch“ quasi eine Antwort „von oben“ her gibt.

 Organist: Johann Schmelzer

Organist: Johann Schmelzer

Der dritte Satz ist quasi als Scherzo gedacht und fällt durch kurze und charakterlich sehr unterschiedliche Episoden auf, die die folgende Schlussfuge einleiten.

Bei Regers Opus 59, den zweiten Werk des Abends, handelt es sich vermutlich wohl um die populärste Sammlung seiner Orgelmusik. Dies mag daran liegen, dass sich hierbei überschaubare äußere Dimensionen mit überaus geglückten musikalischen Einfällen in guter Balance befinden. Die „Pastorale“ aus Op. 59 ist eine wiegende Hirtenmusik in Trio-Form mit durchweg lyrischem Charakter.

Das „Benedictus“ aus Op. 59 ist ein Charakterstück, dessen Name Programm ist: Hier scheint Reger vom gleichnamigen Ordinariumsteil der katholischen Liturgie inspiriert zu sein. Einem sehr lyrisch expressiven Rahmenteil, der sphärisch verklärt das Kommen des Gottessohnes meditiert folgt ein fugierter Mittelteil in Form einer großen Steigerung. Diese Episode könnte dem „Hosanna-Ruf“ entsprechen. Am Ende beruhigt sich der Satz und endet in der Stimmung des Beginns.

Ein weiterer Glanzpunkt des Konzertes wird die Fantasie über den Choral „Wie schön leucht‘ uns der Morgenstern“ Op. 40/1 sein, die aus Regers erster großen Schaffensperiode in Weiden stammt und den gleichnamigen evangelischen Choral in unterschiedlichen Affekten und Satztechniken unter Einsatz stets wechselnder Dynamik, variierten Tempi vertont und dabei der Form „Introduktion, Variation und Fuge“ folgt.

 

 


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